Seit 2013 haben wir unser Angebot um die Musiktherapie erweitert. Die Musiktherapie nutzt die Musik als Ausdrucks- und Kommunikationsmittel, um seelische, körperliche und geistige Gesundheit wiederherzustellen, zu erhalten und zu fördern. Im Mittelpunkt stehen das freie oder strukturierte Spielen auf Musikinstrumenten sowie das Singen. Der Umgang mit der Musik ist wert- und leistungsfrei. Ziel ist nicht, ein Instrument zu erlernen - das Spiel auf Instrumenten dient vielmehr der Förderung der Eigenwahrnehmung. Dadurch können beispielsweise emotionale Konflikte und psychische Probleme verarbeitet und Beziehungs- und Gruppenfähigkeit gefördert werden. Weitere kreative Spielformen wie Tanzen, Malen, Theater- oder Puppenspiel können miteinbezogen werden.

 

Was kann Musiktherapie erreichen?

Für wen ist Musiktherapie geeignet?

Was wird in der Musiktherapie gemacht?

Was kann Musiktherapie bewirken?

Organisatorisches

Über die Musiktherapeutin

 

 

Was kann Musiktherapie erreichen?

Musiktherapie fördert

  • sprachlichen Ausdruck und Kommunikationsfähigkeit
  • Beziehungsfähigkeit
  • Wahrnehmungs- und Konzentrationsfähigkeit
  • Affektregulation
  • Sozialverhalten und Gruppenfähigkeit
  • Selbstwertgefühl
  • vorhandene Ressourcen
  • emotionalen Ausdruck
  • seelisches Gleichgewicht und Lebensqualität

 

Für wen ist Musiktherapie geeignet?

Musiktherapie richtet sich an Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit

  • Störungen des Sozialverhaltens
  • AD(H)S
  • Sprachentwicklungsverzögerungen bzw. Deutsch als Zweitsprache
  • anderen Entwicklungsverzögerungen
  • Lernschwierigkeiten
  • körperlichen und geistigen Behinderungen
  • ausgeprägter Introvertiertheit
  • schwierigen familiären Verhältnissen oder aktuellen Lebenskrisen 
    (z.B. Trennung der Eltern)

 

Organisatorisches

Die Musiktherapie wird als Einzeltherapie (30 oder 50 Minuten) oder Gruppentherapie (50 Minuten) für Kinder, Jugendliche und Erwachsene angeboten. Die Gebühren richten sich nach der aktuellen Gebührenordnung der Musikschule.

 

Über die Musiktherapeutin

Johanna-Leonore Dahlhoff

Johanna-Leonore Dahlhoff, geb. 1982 in Hannover, studierte an den Musikhochschulen Hamburg und Hannover Querflöte und spielt regelmäßig Konzerte als Solistin, Ensemble- und Orchestermusikerin. Seit 2010 unterrichtet sie an der Musikschule Taunus Quer- und Blockflöte. Anfang 2013 schloss sie Ihr dreijähriges Masterstudium Musiktherapie an der Universität der Künste Berlin ab. Darüber hinaus ist sie Heilpraktikerin eingeschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie.

 

Was wird in der Musiktherapie gemacht?

In der Musiktherapie wird die Musik auf sehr unterschiedliche Weise verwendet. Wie sich eine Musiktherapiestunde konkret gestaltet, hängt maßgeblich mit den individuellen Fähigkeiten, Schwierigkeiten und Wünschen der Teilnehmer zusammen. Einige Methoden und deren Zweck werden hier beispielhaft vorgestellt:

Freie musikalische Improvisation

In einem wert- und leistungsfreien Raum ohne „richtig“ und „falsch“ können die Teilnehmer verschiedene Instrumente und Spielweisen ausprobieren. Zum einen können dabei musikalische Fähigkeiten entdeckt oder vertieft werden. Zum anderen bietet die Improvisation Möglichkeiten, der eigenen Kreativität sowie den eigenen Emotionen Ausdruck zu verleihen. Es darf alles gespielt werden; z.B. dürfen auch „schlechte Stimmung“ und negative Gefühle auf dem Instrument zum Klingen gebracht werden. Über das Musizieren finden sich Worte für das Unsagbare. Körperliche und seelisch-emotionale Erfahrungen können zum Ausgangspunkt für neue Selbstwert- und Beziehungserfahrungen werden.

Themenorientierte / Strukturierte musikalische Improvisation

Z.B. bei ADHS: Rhythmischer Ausgleich durch strukturierte Aufgaben. Die Teilnehmer werden zunächst abgeholt wo sie sind, z.B. bei ihrer Hyperaktivität, Unkonzentriertheit oder Aggressivität. Diese Mentalität wird nach und nach kanalisiert im musikalisch-rhythmischen Spiel. Das Verhalten wird nicht bewertet, sondern die Energien und entsprechenden Impulse werden kreativ genutzt und dürfen zum Ausdruck kommen. Durch die klare Strukturierung im spielerischen Vorgehen kann mit der Zeit Ordnung, Sich-Einordnen und ein sinnvoller Umgang mit der eigenen Lebenskraft entstehen. Der Umgang mit Aggressionen fällt leichter, Gruppenfähigkeit und Selbstwertgefühl werden gestärkt, die Konzentrationsfähigkeit, Ausdauer und Leistungsbereitschaft kann sich verbessern.

Regelspiele

  • „Führen und Folgen“: erhöht die Konzentrationsfähigkeit, Anpassungsfähigkeit/Empathie (Folgen) und Selbstbewusstsein/Mut (Führen)
  • "Gemeinsames Trommeln: fördert und erleichtert Verständigung; am gemeinsamen Trommeln inszenieren sich viele wichtige Themen wie: Disziplin, sich einordnen in eine Gruppe, aufeinander hören und reagieren usw.
  • Klare musikalische Strukturen, z.B. kontinuierliche Rhythmen oder Spielregeln, können Halt und Sicherheit geben. Dies wiederum kann zu mehr Selbstvertrauen, weniger innerer Unruhe und stärkerer Leistungsfähigkeit führen.

Rollenspiele

In Rollenspielen können neue Verhaltensmuster geübt bzw. unterdrückte, negativ besetzte Emotionen ausagiert werden.

Singen

kann die Sprachentwicklung deutlich verbessern. Bei interkulturellen Gruppen führt das Singen von Liedern aus der Heimat der Gruppenmitglieder zu besserem Kennenlernen, Toleranz und Wertschätzung der jeweils anderen Kultur. Singen aktiviert die Atemmuskulatur und die Wahrnehmung des eigenen Körper als Resonanzraum, was u.a. physische Spannungen abbauen kann.

Bewegung zur Musik

fördert die Körperbeherrschung. Sie kann überschüssige Energie sinnvoll kanalisieren bzw. Introvertiertheit auflockern und somit die soziale Integration verbessern.

Gemeinsames Anhören von Musik 

Von der Therapeutin gespielte Musik oder Musik von CD anzuhören fördert das aktive Zuhören; gleichzeitig werden die eigene Kreativität angeregt und verschiedene Sinnesebenen miteinander verknüpft, z.B. durch Geschichten erfinden oder Bilder malen zur Musik. Die selbst gespielten Improvisationen können aufgenommen und hinterher angehört werden. Dadurch können die Teilnehmer das eigene Spiel noch einmal resümieren. Da es sich um „eigene“ und nicht um reproduzierte Musik handelt, hat das Gehörte unmittelbar mit der eigenen Person zu tun.

 

Was kann Musiktherapie bewirken?

Sprachliche Schwierigkeiten

Der Weg über die Musik kann eine wesentliche Brückenfunktion zur Sprache haben. Mit Hilfe der Musik können die Teilnehmer sich und das, was sie erleben, mitteilen und auf Verständnis stoßen, von sich erzählen und gehört werden. Falls notwendig, ist auch nonverbale Verständigung allein über die Musik ohne Sprachzwang möglich und kann Druck abbauen. Sprachentwicklung und Wortschatz können durch Singen deutlich verbessert werden. Blasinstrumente können als Übergangsobjekt zum Sprechen verwendet werden und sensibilisieren die Mundmotorik.

Kommunikations- und Gruppenfähigkeit

Die Teilnehmer können neue Wege der Kommunikation erfahren durch nonverbalen Ausdruck, szenisches Spiel etc. Im Gegensatz zum verbalen Dialog, in dem hintereinander gesprochen wird, bietet der musikalische Dialog die Möglichkeit, gleichzeitig selbst zu spielen und dem Gegenüber zuzuhören. Die Pole „sich Gehör verschaffen“ und „Zuhören“ lassen die Teilnehmer Selbstbestimmung und Selbstwirksamkeit erleben und erhöhen die Achtsamkeit für die eigenen Bedürfnisse und die anderer. Dies wirkt sich positiv auf das Gruppen- und Sozialverhalten aus.

Neue Verhaltensmuster

Musiktherapie bietet einen „Spiel-Raum“, der sich zwischen anderen Lebenswelten wie Familie, Schule, Beruf und Freundeskreis befindet. Dadurch besteht eine besondere Entwicklungs- und Bedeutungsoffenheit; es können neue Beziehungs- und Verhaltensmuster ausprobiert und allmählich in den Alltag übertragen werden.

Förderung der Kreativität und Selbstbestimmung

Musiktherapie bietet vielfältige Möglichkeiten zur Entwicklung von Kreativität, da in einer „wertungsfreien“ Zone alles ausprobiert werden darf, solange es den anderen Teilnehmern oder den Instrumenten nicht schadet. Es geht nicht darum, etwas zu „lernen“, sondern sich selbst auszudrücken. Das vielfältige Instrumentarium bietet eine Vielfalt an musikalischen Ausdrucks- und Explorationsmöglichkeiten. Die Teilnehmer können sich insbesondere in der freien Improvisation selbst kreativ und handelnd erleben und erhalten dadurch ein Gefühl von Stärke und Selbstwirksamkeit. In thematischen Improvisationen können die Teilnehmer ihre eigenen Vorstellungen „vertonen“. Auch andere Spielregeln lassen stets ein hohes Maß an individueller Umsetzung zu und die Spielregeln werden häufig mit den Teilnehmern und der Musiktherapeutin gemeinsam gestaltet.

Interkulturelle Kompetenzen

Musikalische Improvisation bietet Menschen mit und ohne Migrationshintergrund unabhängig von ihrer Muttersprache eine gemeinsame Ausdrucksmöglichkeit. Durch das Gestalten von gemeinsamer Musik entsteht ein Gefühl von Verbundenheit. Das Lernen von Liedern oder Einbeziehen von Instrumenten aus den Herkunftsländern der Teilnehmer erhöht die Toleranz und Wertschätzung fremder Kulturen. Weitere Informationen, Bilder etc. aus dem Heimatland können in die Musiktherapie einfließen. Die Identität wird gestärkt, Vorurteile abgebaut. Dies fördert die Gruppenfähigkeit sowie den Selbstwert aller Teilnehmer, was wiederum zum Abbau von Hemmungen oder Störverhalten im Alltag führt.

Steigerung der Lebensqualität

Die gemeinsamen musikalischen Aktionen machen Spaß und steigern die Lebensqualität.

 

 

 

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